Pferde, Lamas, Ziegen und Kaninchen gegen Depressionen

Reittherapie und Lamatherapie gegen psychische Erkrankungen – Praxisprojekt in Bayern

Orenda Ranch 2 Pferde, Lamas, Ziegen und Kaninchen gegen Depressionen

Weiches Fell und große Augen – die Orenda-Ranch im unterfränkischen Burglauer setzt auf ihre vierbeinigen Mitarbeiter. Pferde und Lamas, aber auch Hunde, Ziegen, Kaninchen und Meerschweinchen helfen Kindern und Erwachsenen mit psychischen Erkrankungen wie Angst- und Wahrnehmungsstörungen oder Depressionen. Seit zehn Jahren bietet Birgit Appel-Wimschneider in ihrem Institut für Tiergestützte Therapie unterschiedliche Therapieformen an, unter anderem therapeutisches Reiten, therapeutische Lama-Spaziergänge und Führtraining. „Unsere Tiere bringen die Menschen sowohl körperlich als auch emotional in Bewegung“, sagt Birgit Appel-Wimschneider, die die Orenda-Ranch leitet. „Wir ermöglichen den Patienten, sich langsam von einem kleinen Tier wie einem Kaninchen über ein mittelgroßes Tier wie einen Hund oder eine Ziege an ein großes Pferd oder Lama anzunähern.“

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Lamatherapie auf der Orenda-Ranch

Sie sind arrogant, mögen keine Nähe – und spucken. Es gibt viele Vorurteile gegen Lamas. „Toni“ würde darüber lachen, wenn wir ihn dann verstehen könnten. Denn auf „Toni“ passt diese Beschreibung überhaupt nicht. Im Gegenteil: Der Lama-Wallach hilft kranken Menschen in der Lamatherapie auf der Orenda-Ranch.
Mehr als 1500 Patienten hat der Achtjährige bereits „behandelt“ – mit Erfolg.

therapeutischer lamaspaziergang Lamatherapie auf der Orenda Ranch

„Ich liebe ‚Toni‘. Er schafft es, dass ich mich wieder spüre“,

schrieb eine Frau an ihn und seine „Chefin“ Birgit Appel-Wimmschneider (51) aus Unterfranken. Die ausgebildete Psycho- und Reittherapeutin arbeitet seit sieben Jahren mit Lamas – und weiß, warum „Toni“ der Liebling ihrer Patienten ist.

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Wenn die Seelen streiken

Medizin Die Zahl psychosomatischer Erkrankungen ist auch in der Region Main-Rhön angestiegen. Den Betroffenen soll nun möglichst zeitnah Beratung und Behandlung zuteil werden.

Bad Kissingen Seelische Erkrankungen haben in den vergangen Jahren zugenommen. Der DAK-Gesundheitsreport 2011 hat herausgefunden, dass in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld die psychischen Erkrankungen nach denen des Muskel-Skelett-Systems, den Verletzungen und den Erkrankungen des Atemsystems mittlerweile an 4. Stelle liegen.

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Lama “Toni” vertreibt Depressionen

lama toni vertreibt depressionen Lama Toni vertreibt Depressionen

Blaue Augen, schneeweißes Fell und eine wunderbar tiefe Stimme: “Toni” ist ein echter Schönling. Zumindest im Reich der Lamas. Für Menschen ist der siebenjährige Hengst einfach ein tierisch guter Therapeut. Rund 500 Patienten hatte er bereits – und bei seiner “Chefin” Birgit Appel-Wimschneider (50) stapeln sich die Dankesschreiben. “Ich liebe Toni. Er schafft es, dass ich mich wieder spüre, mich frei und lebenslustig fühle”, schreibt eine seiner Patientinnen.

“Toni” wurde im Circus Roncalli geboren, trat in der Manege auf. Doch dann änderte der Circus sein Programm, die Lamas standen zum Verkauf – und Psycho- und Reittherapeutin Birgit Appel-Wimschneider aus Unterfranken sichert sich “Toni”.

Seitdem hat “Toni” einen neuen Job: 100 Minuten spazieren gehen mit Menschen, die psychisch angeschlagen sind. Dabei öffnet er Seelen, schenkt neue Kraft und Energie. Sein größter Erfolg: Er holte eine Frau mit schweren Depressionen, an die kein menschlicher Therapeut mehr herankam, ins Leben zurück.

“Unser Toni kann eben ein ganz schöner Dickkopf sein”, sagt Birgit Appel-Wimschneider.

Bevor die Seele dauerhaft erkrankt: “Mehr Herz für den Menschen”

Memorandum Leitende Ärzte aus der Psychosomatik setzen sich für einen gesellschaftlichen Dialog über die psychosoziale Lage in Deutschland ein

Bad Kissingen – Spätestens seit dem Selbstmord des Fußballspielers Robert Enke vor gut einem Jahr sind Burnout und Depression nicht mehr ganz die Tabu-Themen. sie sie es waren. Fakt ist, dass immer mehr Menschen an seelischen Erkrankungen leiden. Der Anteil dieser Erkrankungen an der Arbeitsunfähigkeit nimmt seit 1980 zu, 15 bis 20 Prozent sind es derzeit.

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Das Kopfkino hört nicht auf

von Angelika Luga-Braun

Depression Patient Anton S. spricht über eine Krankheit, die immer noch tabuisiert wird.

Bad Kissingen – Er ist im besten Alter, 45, sportlich, kräftig gut aussend, aber sein wacher Blick ist leicht misstrauisch. Gerade so, als überlegte er doch, ob er – was er sich vorgenommen hat – zu der Zeitungsfrau tatsächlich über seine Krankheit sprechen soll, über Burnout, über Depression. Aber nach einer Weile des Zauderns, sagt Anton S. (Name von der Redaktion geändert), wie nach einem inneren Dialog: “Es ist in Ordnung. Es ist wichtig, dass Andere erfahren, dass es jeden treffen kann. Ja, ich will sprechen.”

Interview Das Kopfkino hört nicht auf

Anton S. im Gespräch mit seinem Therapeuten Dr. Günter Wimschneider, einer der Unterzeichner des Memorandums.

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